Zustand des Microsoft Stores: Meinung zu “desaströsen Zahlen”

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Im Microsoft Store herrschen “desaströse Verhältnisse” und die UWP Strategie ist ein pures “Versagen”. So zumindest heißt es seit gestern Abend bei einigen nationalen und internationalen Kollegen. Dabei ging es eigentlich um ein ganz anderes Thema, welches daraufhin aus dem Kontext gerissen und zu einer Schlagzeile aufgeplustert wurde. Aber fangen wir ganz von Vorne an.

Worum geht es eigentlich?

In den USA läuft derzeit ein Gerichtsverfahren gegen Microsoft. 34 ehemalige Mitarbeiter von Lionbridge hatten ihren Job Verloren, nachdem Microsoft sein Auftragsvolumen reduziert hatte. Jedoch gingen die Mitarbeiter davon aus, dass die Kündigung im Zusammenhang mit dem von ihnen zuvor gegründeten Betriebsrat stehen würde. Daher wurde auch Microsoft im Zuge des Verfahrens zu diesem Fall befragt.

Um die Kündigung zu rechtfertigen, legte Microsoft interne Papiere zum Microsoft Store offen. Demnach hat sich die Zahl der zu Überprüfenden Apps seit 2014 drastisch reduziert. Während es 2014 noch rund 1,1 Millionen Apps im damaligen Windows Store gab, sind es nun nur noch rund 13% davon. Daher wurden die Tests, mit denen die Mitarbeiter von Lionbridge beauftragt waren, zurückgefahren.

Der Falsche Kontext

Diese Meldung lud jedoch dazu ein, dem Microsoft Store ein Katastrophen Szenario zuzuschreiben. Demnach ist von desaströsen Verhältnissen und einem Eingeständnis des Scheiterns von UWP die Rede. Auch darf heftige Kritik an Satya Nadella, der mittlerweile liebevoll als “Nutella” bezeichnet wird, nicht fehlen. Immerhin ist er doch schuld an dieser Katastrophe, da er Windows Phone zu Grabe getragen hat. Für solche Ausdrücke und falsche Schlussfolgerungen aus Microsoft nahen Communitys habe ich jedoch kein Verständnis.

Was jedoch bei all diesen Berichten außer Acht gelassen wird ist die Tatsache, dass Microsoft selbst den Store aufgeräumt und gesäubert hat. Zu den Hochzeiten von Windows Phone hatte Microsoft sehr viel Geld in die Hand genommen um den Store mit Apps zu füllen. Als Resultat folgten tausende Web-Wrapper und Schrott-Apps, die den Store fluteten, dem Nutzer hingegen keinen Mehrwert boten. Der einzige Mehrwert bestand darin, dass man bei der Anzahl der vorhandenen Apps mit Android und iOS mithalten konnte.

Vor rund zwei Jahren begann Microsoft dann damit die begangenen Fehler zu korrigieren und den Store zu bereinigen. Im Zuge dessen wurden alle Apps entfernt, die gewisse Kriterien nicht erfüllten. Microsoft setzte den Müll vor die Tür und sorgte für einen aufgeräumten Microsoft Store. Am Ende blieben nur noch rund 130.000 Apps übrig, was in etwa den genannten 13% entspricht.

Wie es weiter ging und noch gehen wird

Nach der Aufräumaktion ging es mit dem Microsoft Store wieder aufwärts. Immer mehr bekannte Apps landen im Microsoft Store, bekannte Programme werden für Windows 10 portiert und auch die Spiele Sektion wächst stetig. Das alles ist natürlich kein vergleich zu Googles Play Store oder Apples App Store, doch braucht man denn überhaupt so viele Apps?

Mit der aktuellen Auswahl  im Microsoft Store bin ich sehr zufrieden. Da ständig neue Apps und Spiele hinzukommen, wird es auch in Zukunft so bleiben. Viele Nutzer von Windows 10 meiden jedoch nach wie vor den Microsoft Store, daher müssen wir abwarten wie es mit dem Store weiter geht. Derzeit macht Microsoft jedoch alles richtig und treibt die Entwicklung langsam aber stetig voran. Neben einem neuen, frischen Design und neuen Funktionen macht Microsoft auch den Entwicklern den Store attraktiver und reduziert die Umsatzbeteiligung.

Alles in allem kann man weder von desaströsen Verhältnissen noch von einem Versagen reden. Die Situation ist nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste.

Wie seht ihr die Situation des Microsoft Stores? Benutzt ihr den Store am PC?

Quelle: Bloomberg

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Ich bin Mitbegründer von Windows Love und seit Juli 2017 Windows Insider MVP. Die Windows Welt ist mein Zuhause und ich könnte mir nichts schöneres als Kacheln vorstellen.

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