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EA und das Dilemma mit den Microtransaktionen

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Gestern war der offizielle Release von Star Wars Battlefront 2 aus dem Hause EA, doch der Release stand unter keinem guten Stern. Denn EA hatte eine sehr turbolente Woche hinter sich. Dabei hat es doch alles nur mit einem kleinen Post auf Reddit angefangen.

Die meisten Downvotes auf Reddit

Am Sonntag hatte sich ein Nutzer auf Reddit in der Star Wars Battlefront Community darüber aufgeregt, dass er 70 € für ein Spiel bezahlt und dann nicht einmal Charaktere wie Darth Vader spielen kann, da man dafür Extra bezahlen muss. Satte 80 Dollar müsste man zahlen um Darth Vader freizuschalten.

Daraufhin meldete sich das EACommunitTeam auf Reddit zu Wort, doch die Antwort gefiel den Spielern ganz und gar nicht.

Man habe immer das Ziel verfolgt, allen Spielern das bestmögliche Erlebnis in Star Wars: Battlefront II zu bieten, und niemals nicht habe man beabsichtigt, dass sich Spieler durch den Einsatz von Geld einen unfairen Vorteil verschaffen können.

In weniger als 24 Stunden erhielt der Kommentar auf Reddit unglaubliche 362.000 Downvotes. Mittlerweile sind es sogar 675.000 Downvotes. Damit hat EAs Kommentar die meisten Downvotes aller Zeiten auf Reddit. Der Vorgänger hatte nur 24.000 Downvotes. Und das war erst der Anfang für EA.

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Diesen kleinen Scherz konnte selbst ich mir jetzt nicht verkneifen. Aber so oder so Ähnlich müssen sich die Spieler von Star Wars Battlefront 2 fühlen, wenn sie einen Helen wie Luka Skywalker oder Darth Vader freischalten wollen. Neben dem kaufen der Lootboxen und Helden mit sogenannten Crystals gibt es auch die Möglichkeit diese Boxen mit Credits zu kaufen die man für das abschließen von Missionen oder im Arcade Mode bekommt. Und damit begann dann der nächste Shitstorm für EA.

Wie Jez Corden (Autor bei Windows Central) auf Twitter schrieb, sollen Reviewer eine "manipulierte" Spiel Version bekommen haben, wo diese schneller voran kamen. Da diese Reviewer ein großes Publikum haben, gaukelt EA so den potentiellen Kunden vor wie schnell man doch im Spiel voran kommt und sich seine Lieblings Charaktere kaufen kann. Kundenfang dank manipulierter Review. Die Fans waren darüber natürlich "sehr erfreut"!

Schmerzhaftes Einsehen

Am nächsten Morgen gab es dann eine kleine Überraschung! Ea hatte ein Update für die Beta ausgerollt, welches die Credit Kosten für Helden um ganze 75% reduziert hat. Zum Beispielt kostet ein Darth Vader nun nur noch 15.000 Credits. Nach der ganzen Kritik am Vortag blieb EA keine andere Wahl, denn sonst hätte sich das drastisch auf die Verkaufszahlen ausgewirkt.

Doch EA ist ja nicht gerade dumm und hat eine Rückversicherung mit verteilt, damit die Spieler nicht zu schnell an Credits kommen. Im Arcade Mode wurde ein Cooldown eingebaut der verhindert dass man zu schnell viele Credits bekommt. Ein Streamer bemerkte nach einer Runde, dass dort Stand "More Credits available in 3 Hours". Einige Zeit später berichteten User auf Twitter dass der Cooldown wohl auf 20 Stunden angehoben wurde.

Glücksspiel für Minderjährige

Kurz nach dem Update wurde dann aber auch schon die nächste Runde gegen Battlefront 2 eingeläutet. Nachdem die Seite "Star Wars Gaming" ausgerechnet hatte, dass das freischalten aller Inhalte nun sage und schreibe 4528 Spielstunden dauern würde, es sei denn man Investiert echtes Geld in Lootboxen, meldete sich die belgische Glücksspielbehörde zu Wort. Das direkte freischalten der Inhalte würde mehr als 2000 € kosten.

Mittels dieser Lootboxen können in Battlefront 2 beliebte Star Wars Charaktere, Waffen und auch Fahrzeuge für echtes Geld sofort freigeschaltet werden. Jedoch weiß der Spieler nicht was er aus den Boxen bekommt, da dies vom Zufall abhängt.

Da dieser Umstand jedoch den Bestand des Glücksspiels erfüllt und das Spiel bereits ab 16 Jahren freigegeben ist, sei es eine potentielle Gefahr für minderjährige Spieler, so Peter Naessens, Direktor der zuständigen Glücksspielbehörde im Interview mit dem belgischen Nachrichtenkanal VTM NIEUWS. Die jungen Spieler könnten möglicherweise unter sozialen Druck geraten und sich durch unkontrollierte Käufe bereits verschulden.

Sollte die eingeleitete Prüfung tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, könnte EA eine Geldstrafe auferlegt oder der Verkauf des Spiels in Belgien verboten werden. Und danach ist nicht auszuschließen das weitere Glücksspielbehörden Weltweit auf den Zug aufspringen und EA an den Kragen gehen.

Und plötzlich waren die Microtransaktionen weg

Nur wenige Stunden vor dem offiziellen Release von Star Wars Battlefront 2 gab es eine erneute Überraschung: Spieler berichteten darüber, dass die Microtransaktionen aus dem Spiel verschwunden seien. Kurz darauf gab EA bekannt die Microtransaktionen vorerst aus dem Spiel zu entfernen bis man diese besser Ausbalanciert habe.

Grund für den plötzlichen Wegfall der Microtransaktionen ist aber das Eingreifen der Führungsetage von Disney, welche die Rechteinhaber von Star Wars sind. Den Informationen nach hat Jimmy Pitaro (Head of Consumer Products and Interactive Media bei Disney) eine "Mitteilung" an Electronic Arts geschickt, in der Bob Iger (Chef von Disney) seine Bedenken äußert, wie Electronic Arts das Spiel handhabt und wie die Öffentlichkeit letztendlich Star Wars Battlefront 2 sieht. Damit will man einen Imageschaden vorbeugen, wobei EA diesen am meisten abbekommen hat.

Des einen Leid ist des anderen Freud

Während EA mit der negativ Kritik zu kämpfen hat nutzen andere Spiele Hersteller diesen Vorfall um sich darüber lustig zu machen und Ihre eigenen Produkte zu bewerben.  So wie StarCraft es z.B. tut:

Die dänische Polizei nutzt den Vorfall um Werbung für das Online-Portal des Kriminalpräventivrats, welches unterschiedliche Betrugsmaschen und Trickbetrug aufmerksam macht, zu machen.

Außerdem ruft man Eltern dazu auf, Gespräche mit ihren Kindern zu führen und diese über mögliche Gefahren solcher Monetarisierungsmethoden aufzuklären.

Meine Erfahrungen mit EA

Ich habe selber schon solche Erfahrungen mit EA gemacht. Ich spiele das Mobile Game "Fifa Mobile" von EA seit nun einem Jahr und weiß welche schmutzigen Tricks EA benutzt um an Geld der Spieler zu kommen. Nachdem Spieler in einem Event zu schnell voran kommen, werden diese Events verschlechtert, die KI der Spieler wird zu gewissen Ereignissen verändert um den Spielverkauf zu ändern, Spiele werden "gescriptet", also vorherbestimmt wie sie zu laufen haben und noch vieles mehr. Jedoch machen die Pay 2 Win Spieler immer weiter und geben immer und immer wieder tausende von Euros aus, nur um schneller alle Belohnungen zu haben.

Um euch ein paar Beispiele zu nennen:

  • Ein deutscher Spieler hatte während des sogenannten "Team of the Season" Events jeden Freitag 1000 - 2000 € ausgegeben, 6 Wochen lang!
  • Um einen besonderen Sommer Event Spieler zu bekommen musste man 1000 € für die benötigten Teile bezahlen!
  • Bei der Vorbereitung für die neue Season haben P2W Spieler in nur 2 Wochen mehrere tausend bis zehntausend Euro für Spieler ausgegeben, die zum 1. November gelöscht wurden!

Ich kann natürlich verstehen das die Entwicklung eines Spiels und die Server irgendwie bezahlt werden müssen, aber ein gigantisches Unternehmen wie EA hat es nicht nötig einerseits Spiele zu manipulieren um mehr Geld zu verdienen und andererseits Vollpreistitel wie Fifa oder Battlefront 2 zu verkaufen, in denen es auch noch Microtransaktionen gibt. Ich wünschte die Firmen würden mehr auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen, aber solange die Bilanzen für die Investoren stimmen müssen, wird sich das nie ändern!

Was haltet Ihr von dem Vorfall und wie steht Ihr zum Thema Microtransaktionen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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Janik

Inaktiv / Aufgehört

Ich bin Mitbegründer von Windows Love und seit Juli 2017 Windows Insider MVP. Die Windows Welt ist mein Zuhause und ich könnte mir nichts schöneres als Kacheln vorstellen.

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