Deutsche Rechenzentren

Microsoft hat sein Angebot an Unternehmenskunden erweitert: Ab sofort gibt es ausgewählte Cloud Dienste aus deutschen Rechenzentren. Damit möchte Microsoft Anforderungen an Datenhaltung, Sicherheit und Compliance deutscher Unternehmen gerecht werden.

Azure aus Deutschland

Die „Cloud“ ist heute in aller Munde. Wer die „digitale Transformation“ bewältigen möchte, der muss auf „die Cloud“ setzen. Sätze wie diese hört man in den letzten Jahren immer häufiger. Doch mit den gewachsenen Träumen einer digitalen Zukunft sind auch die Ängste gestiegen. Manager fragen sich, ob es das Risiko Wert ist, all das Wissen in Form von Daten wirklich auf amerikanischen Servern abzulegen. Wer weiß schon, wie sich die politische Lage in den nächsten 10 Jahren entwickelt? Und wenn alle Unternehmensgeheimnisse auf Datenträgern in Amerika liegen – wer garantiert, dass diese dort wirklich geheim bleiben?

Microsoft positioniert sich in der Datenschutzfrage schon lange kundenorientiert. Sie versuchen aktiv, Datenzugriffe der amerikanischen Regierung zu verhindern und sich rechtlich dagegen zu wehren. Leider ist das nicht immer möglich. Mit der Speicherung von Daten im Ausland wird es für die Amerikanische Regierung deutlich schwieriger, legalen Zugriff auf diese Daten zu erhalten.

Das soll sich nun mit einer „deutschen Cloud“ ändern. Die Idee: Solange die Daten in Deutschland liegen, gelten für diese Daten auch deutsche Regeln: das deutsche Datenschutzgesetz und die DSGVO. Microsoft Azure Cloud ist ab sofort als erstes „deutsches“ Produkt verfügbar.

Keine Kompromisse bei Integration

Microsoft betont, dass Dienste wie Azure trotzdem uneingeschränkten Funktionsumfang bieten. Die globale Konnektivität und Verfügbarkeit ist nicht beeinträchtigt. Das ist wichtig, solange nicht alle Dienste als „deutsche“ Version verfügbar sind.

Beim Aufbau von deutschen Rechenzentren hat Microsoft nach eigenen Angaben streng darauf geachtet, möglichst vielen Anforderungen gerecht zu werden. In der offiziellen Pressemitteilung wird von „mehr als 90 Compliance-Zertifizierungen und -Bescheinigungen“ gesprochen. Das ist sehr beeindruckend!

Wer schon einmal in einem Industrie- oder Finanzbetrieb gearbeitet hat, der kennt das Misstrauen gegen das Ausland. Gerade deswegen ist dieser Schritt von Microsoft strategisch sehr gut, denn anders lassen sich viele Entscheidungsträger nur schwer überzeugen. Außerdem ist das ein starker Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Konkurrenten Amazon.

Mit dem Umzug auf Azure aus den neuen deutschen Rechenzentrumsregionen haben wir eine Datenplattform, die sowohl den internationalen als auch den lokalen regulatorischen Anforderungen entspricht […]

Frank Kuhnke, Chief Operating Officer, Deutsche Bank AG

Cloud Dienste auch für Endanwender?

In den nächsten Monaten möchte Microsoft weitere Dienste aus deutschen Rechenzentren bereitstellen. Dazu gehört auch Office365 oder Dynamics 365. Ob, und wann diese jedoch für Consumer verfügbar sind ist noch ungewiss.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch viele Endverbraucher besorgt um ihre Daten im Ausland sind. Für Outlook, OneDrive, Office & Co. wären wahrscheinlich einige bereit, extra zu zahlen, solange die Daten auf deutschen Servern liegen. Wir können gespannt bleiben und hoffen, dass Microsoft auch hier in naher Zukunft Produkte anbietet!

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Quellen

Bild/Video/u. sonst. Medien Quelle/n: Microsoft

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