Edge bislang keine Alternative?

Fast jeder Nutzer kennt es: Man setzte sein Betriebssystem neu auf, musste alle Programme erneut installieren und die erste Wahl fiel auf den Webbrowser. Daher öffnete man entweder Edge oder den IE, um seinen präferierten Browser herunterzuladen und dann die Fenster der eigens entwickelten Microsoft Browser nur noch selten oder gar nie wiederzusehen. Aus diesem Kurzbeispiel lässt sich herauskristallisieren, dass die mitgelieferten Webbrowser keine ernsthaften Alternativen zu den etablierten Webbrowsern zu sein schienen. Natürlich hat man als Webentwickler nochmal einen anderen Bezug zu Browsern, da man „Randgruppen“ die volle Unterstützung, soweit wie möglich, zu sichern möchte und daher zum Testen auch auf diese zurückgreift.

In den letzten Jahren konnte der Edge-Browser allerdings keinen nennenswerten Marktanteil für sich in Anspruch nehmen. Dennoch war die Neuentwicklung eines Webbrowsers keine schlechte Sache, da man mit dem IE einige negative Dinge verband, wie z. B. das er überholt sei und nicht mehr in die Zeit passe. Nutzer wollten einfach up to date sein und eine Webseite aufrufen mit dem Gewissen es würde auch alles funktionieren. Also verkam der IE nur noch zum Anhängsel des Betriebssystem, dem man kaum noch Beachtung schenkte.

Statistik netmarketshare.com vom November 2018

Guter Ansatz

Trotz aller Vorurteile und Witzeleien über den vorherigen Altbrowser brachte Microsoft mit Edge frischen Wind in das damals neue Windows 10 und erschuf so eine Alternative. Allerdings standen dann Nutzer von Windows 7, 8.1 im Regen, da eine Bindung an das aktuellste Betriebssystem vorgenommen wurde.

Man setzte auf eine eigene Rendering-Engine die sogenannte EdgeHTML-Engine, um Webseiteninhalt zu interpretieren und rendern. Ebenso fand eine neue und übersichtliche UI Einzug in den Browser die im Verlauf immer besser wurde, auch durch die Fluent-Design-Elemente. Trotz aller Versuche seitens Microsoft konnte der Browser nur einen bestimmten Teil der Windows Community für sich gewinnen. Doch Microsoft plant einige grundlegende Veränderungen, um die Attraktivität des eigenen Browsers deutlich zu steigern und auf dem Markt stärkere Präsenz zu zeigen.

Microsoft setzt sich für Open Source Software ein

In den vergangenen Jahren hat Microsoft die Beteiligung an der OSS(Open Source Software) -Community deutlich erhöht und sich zu einem der weltweit größten Unterstützer von Open Source Projekten entwickelt. Heute verkündet Microsoft in diesem Beitrag, dass beabsichtigt wird, Chromium bei der Entwicklung von Microsoft Edge auf dem Desktop zu integrieren, um eine bessere Web-Kompatibilität für Nutzer und eine geringere Fragmentierung des Webs für alle Webentwickler zu erreichen.

Das Logo von Chromium. Edge erhält diese Rendering-Engine, um bessere Kompatibilität zu gewährleisten.

Die Verwendung von Open Source Projekten ist für den Microsoft Edge kein Neuland. Beispielsweise basiert die mobile Variante von Edge auf Open Source. Auch die Desktopversion nutzt Open Source für verschiedene Funktionen (z.B. Angle, Web Audio, Brotli) und nun beginnt Microsoft, Beiträge zum Chromium-Projekt zu leisten, um das Surfen auf neuen ARM-basierten Windows-Geräten voranzutreiben.

Das Ziel von Microsoft besteht darin, dies auf eine Weise zu tun, die das etablierte Open-Source-Modell umfasst, das seit Jahren effektiv funktioniert: sinnvolle und positive Beiträge, die sich an der langjährigen, durchdachten Architektur und dem Collaborative Engineering orientieren. Gemeinsam wird das beste Ergebnis für alle Menschen angestrebt, die das Web auf vielen Geräten nutzen.

Microsoft Edge: Neue Rendering Engine und Windows 10 unabhängig

Die ersten Schritte  den „Windows 10 Browser“ anderen Nutzergruppen bekannt zu machen, war die App für iOS und Android. Seitdem sind bereits 5.000.000 Millionen Downloads (Android) zusammengekommen. Wie das Redmonder Unternehmen bekannt gibt wird neben der Anpassung an Chromium-basierte-Browser, eine plattformübergreifende Verfügbarkeit von Edge folgen. Das bedeutet in aller erster Linie das Edge nicht mehr an Windows 10 gebunden sein wird und einen eigenen Update-Zyklus erhält. Durch Chromium erzielt man diese Unabhängigkeit, da dies wegen der an Windows 10 gebundene EdgeHTML-Engine nicht möglich war.

Die Zukunft? Microsoft Edge bald auf allen bekannten Plattformen?

Also erhalten Nutzer von Windows 7, Windows 8.1 nun, verspätet, einen neuen (Standard-?) Browser von Microsoft, welcher selbstverständlich weiterhin auch Windows 10 Nutzern das Tor ins Web ermöglicht. Neben den eigenen Plattformen möchte Microsoft auch auf andere expandieren und zum Beispiel auf macOS vertreten sein.

Also fassen wir einige wichtige Punkte der Verbesserung von Edge zusammen:

  • Edge wird unabhängig von Windows 10 und kommt auch auf andere Plattform z. B. macOs. Nutzer von Windows 7, 8.1 erhalten einen verspäteten neuen (Standard-?) Browser.
  • Edge erhält eine neue Rendering Engine (Chromium), um Webinhalte standardisiert wie in modernen HTML 5 Browsern mit derselben Engine darzustellen
  • Das bedeutet eine bessere Umgebung für Webentwickler und mehr Support für moderne Elemente und Techniken.
  • Eine aktualisierte Microsoft Edge-Erfahrung über alle unterstützten Versionen von Windows hinweg, während gleichzeitig die Vorteile der engen Integration des Browsers mit Windows beibehalten wird.
  • Eine Überholung der Technik unter der Haube, aber das Aussehen wird, sich schätze ich, nicht signifikant ändern, um Nutzer nicht all zu sehr zu verschrecken.

Webentwickler können der Edge Insider Programm Community beitreten, um Vorschau-Builds zu erhalten, sobald sie verfügbar sind, und über Tests und Beiträge auf dem Laufenden zu bleiben. Eine erste Preview-Build wird voraussichtlich Anfang 2019 erscheinen. Bis dahin heißt es abwarten und die Neuigkeiten verfolgen, Tee nicht vergessen!

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